Geschichte aus der Vogelperspektive: Die Villa Gioli

Letzten Sommer, mittags. Ein prachtvoller Tag. Ich verließ gerade die Villa Gioli, eine unserer Trust&Travel Güter. Plötzlich, über mir, ein ungewohntes Geräusch. Ich schaute in den Himmel, und da war sie: Eine Drohne!

Was für eine Frechheit! Ich konnte es nicht glauben, dass da jemand diesen künstlichen Vogel losgelassen hatte, um uns auszuspionieren.
Doch einen Augenblick später kam die Besitzerin der Villa, Marchesa Cerrina Feroni, hinter einem Baum hervor. Sie war in Begleitung eines jungen Mannes, der offensichtlich eine Fernbeidienung in der Hand hielt. Beide blickten nach oben zum Flugapparat. Beruhigt schloss ich mich ihnen an.

-„Hallo Katharina, begrüßte mich die Marchesa gut gelaunt. Wir drehen gerade einen Film aus der Vogelperspektive vom Landgut.

-Ja, was für eine tolle Idee!“

Sie können sich oben das Ergebnis anschauen, ist es nicht toll?

Die Villa Gioli gilt als wichtiges Kultur-Erbe Italiens. Sie ist nicht nur ein herrlich gelegen, sondern ein Wahrzeichen einer wichtigen geschichtlichen Epoche.
Vor über einem Jahrhundert trafen sich hier Künstler, Wissenschaftler, Aristokraten und Intellektuelle zur Sommerfrische.
Sie verließen im Sommer ihre Wohnungen in Pisa und Livorno und siedelten auf den sanften Hügeln der Umgebung. Die Villa Gioli wurde eines ihrer kulturellen Zentren. Ursprünglich als Jagdschloss im 18. Jahrhundert genutzt, bekam sie ihre jetzige Form und Größe in der 2. Hälfte des 19. Jhdts, als die beiden Brüder Luigi und Francesco Gioli, beide Maler und Sprösslinge einer wohlhabenden und kunstsinnigen Pisaner Familie, den rechteckigen Turm errichten ließen, der dem Anwesen seine heutige Struktur gibt.

Es war das goldene Zeitalter der italienischen Impressionisten, die hierzulande Macchiaioli genannt werden. Macchia bezeichnet im italienischen den „Fleck“, und auch den für Impressionisten typischen Pinselstrich des Impressionismus.

Höchst umstritten zu ihrer Zeit, zog diese machtvolle Bewegung immer mehr Künstler an, darunter die viele der besten ihrer Zeit, die in Paris studiert hatten.

Die Macchiaiolisten brachen mit vielen akademischen Traditionen, so verließen sie die Begrenztheit ihrer Ateliers und arbeiteten in der freien Natur. Und sie erkannten die Notwendigkeit des Austausches, sie trafen sich, diskutierten ihre Ideen und befruchteten sich gegenseitig.

Die scharfsinnige und kultivierte Matilde Bartolommei Gioli, Frau eines der Gioli Brüder, öffnete die Türen ihrer Villa all diesen Künstlern, Dichtern und Denkern. Hier trafen sich Fattori, Lega, Signorini, Kienerk, Cecconi, um nur einige zu nennen.

Die Familie von Marchesa Cerrina Feroni stammt direkt von den Gioli Brüdern ab. Sie pflegen mit viel Liebe und großem Aufwand das Vermächtnis dieser einzigartigen Zeit und erhalten so Geist und Seele dieses Orts der Kunst.
In der Villa Gioli trifft man mit Sicherheit das Beste, was die Toskana zu bieten hat.

 

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