Modelleisenbahn-Abenteuer in Florenz

Ein Modelleisenbahnmuseum in Florenz? Das steht wahrscheinlich nicht zuoberst auf der Liste bei einem Besucher der Renaissance Stadt. Eine Freundin hat das Museum mit ihren Enkelkindern besucht und kann das neue HZero-Museum wärmstens empfehlen.

in einem ehemaligen Kino, nur wenige Schritte vom Bahnhof Santa Maria Novella entfernt, befindet sich eine der größten Modelleisenbahnen Europas.

Das Museum wurde von Giuseppe di San Giuliano ins Leben gerufen. Er war auch der Besitzer einer unserer Villen auf Sizilien. In der Villa San Giuliano schuf er einen wunderschönen, mediterranen Garten. Für seine Modelleisenbahn entwarf er ebenfalls Landschaften, allerdings im Miniaturformat, inspiriert von den Dolomiten, der Insel Elba oder den Straßen Berlins.

Der große Kinosaal ist der perfekte Standort für die Modelleisenbahn; es ist fast als würde ein Zeichentrickfilm zum Leben erwachen. Das HZero-Museum ist ein unterhaltsamer Besuch für Jung und Alt und im Sommer eine hervorragende Möglichkeit, für ein paar Stunden der Hitze zu entfliehen.

HZero-Museum: www.hzero.com/en

Piazza degli Ottaviani, 2, 50123 Florenz

10:00 – 19:00 Uhr. Letzter Einlass um 18 Uhr. Dienstags geschlossen.

TICKETS: 12 €, Kinder 6 €, Jugendliche und Rentner 8 €.

Freier Eintritt für Kinder unter 4 Jahren.

 

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Montecristo – Schatzsuche auf der sagenumworbenen Insel

Endlich habe ich sie besucht, die Insel Montecristo. Die winzige Mittelmeerinsel hatte schon Alexandre Dumas fasziniert. Seinem berühmten Romanhelden hat sie einen mysteriösen Schatz und einen schönen Namen beschert.

Heute ist Montecristo ein streng geregeltes Naturschutzgebiet. 1725 Personen dürfen die Insel pro Jahr besuchen. Jeweils im Januar schaltet der toskanische Parco del Arcipelago die verfügbaren Tickets online. Sie sind im Nu ausverkauft.

Alexandre Dumas hat die Insel nie besucht. Er verbrachte einige Zeit auf den nahe gelegenen Inseln Pianosa (heute eine Gefängnisinsel) und Elba, wo er zum ersten Mal vom sagenumworbenen Schatz erfuhr. Der Komponist Giacomo Puccini versuchte nach Montecristo zu segeln, schaffte es aber wegen zu starker Südwinde nicht.

Auch ich war kurz davor, unseren Tagesausflug abzubrechen. Als ich an einem kalten Märzmorgen in Piombino aufs Boot stieg, herrschte mare mosso, raue See. Zehn Minuten nach der Abfahrt begann ich heimlich, die genaue Anzahl an Rettungswesten an Bord zu prüfen. Der Wellengang war so hoch, dass einige Passagiere das Schiff in Porto Azzurro, dem ersten Halt auf der Insel Elba, frühzeitig verliessen.

Ich wollte mich ihnen anschließen, aber meine Reisebegleiterin weigerte sich. Schliesslich hatten wir im Januar schon satte 130€ für den Tagesausflug bezahlt.

Eine Meeresgöttin muss unser Gespräch belauscht haben. Sie belohnte unseren Mut mit einem etwas sanfteren Wellengang. Dankbar kletterten wir wieder an Deck und sahen zu, wie der steil aus dem Meer ragende Berg langsam näher rückte.

Zwei Carabinieri und ein Wächter, die dauerhaft auf Montecristo leben, begrüßten uns nach der Ankunft. Ein Guide, der wie eine moderne Inkarnation des Grafen aussah, führte uns auf eine steile Wanderung hinauf zum alten Kloster. Jahrhundertelang besuchten Pilger das Kloster auf der Insel. Sie brachten Geschenke für die Mönche und Votivgaben, was wohl die Grundlage für die Gerüchte über einen auf der Insel verborgenen Schatz darstellt. Nach dem Verfall des Klosters sollte aus dem Inselparadies ein exklusiver Yachthafen werden. Glücklicherweise griff die italienische Regierung ein. Schon 1971 wurde Montecristo zum Naturschutzgebiet erklärt.

Zurück auf dem toskanischen Festland freue ich mich jedes Mal wenn ich Montecristos schroffe Silhouette erspähe. Dabei denke ich jeweils an die beiden Carabinieri, die auf der einsamen Insel stationiert sind, umgeben von Wildziegen und sizilianischen Vipern (niemand weiss, wie sie auf die Insel gelangt sind, aber allenfalls wäre das Stoff für ein weiteres Buch).

Von März bis Oktober unterbrechen vom Grafen inspirierte Reisegruppen einmal die Woche die Ruhe auf der Insel. Vor ein paar Jahren wurde einer der Besucher festgenommen, nachdem er sich eigenständig auf Schatzsuche begeben hatte.

Von Piombino aus dauert die Überfahrt drei Stunden. Eine sechsstündige Bootsfahrt ist etwas lang für einen Tagesausflug. Mein Tipp: auf der Insel Elba können sie die Insel Montecristo gemütlich von Villa La Corvettas Pool aus bewundern. Der Graf von Monte Christo liest sich auch hier bestens, und nicht jedes Mysterium muss unbedingt entschlüsselt werden.

 

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Museum Palazzo Fortuny

Ende des 19. Jahrhunderts erwarb Mariano Fortuny den Palazzo Pesaro degli Orfei. Im 15. Jahrhundert erbaut, steht der Palazzo im Zentrum von Venedig. Der vielseitige Mariano Fortuny war Maler, Fotograf, Bühnenbildner, Erfinder und Geschäftsmann. Mit seiner Frau Henriette Nigrin gründete er die Fortuny Textilfirma. Die beiden nutzten ihr Zuhause als Labor, in dem lokale Handwerker in Ateliers und an Druckmaschinen arbeiteten und die visionären Entwürfe des Paares in die Realität umsetzten. 

Eleonroa Duse und Isidora Duncan trugen das berühmte Delphos Seidenplissékleid von Fortuny, das auch in Marcel Prousts ‚Auf der Suche nach der verlorenen Zeit‘ erwähnt wird. 

Viele der Erfindungen des Paares können im Palazzo bewundert werden. Das Fortuny-Museum ist eine der ruhigeren Sehenswürdigkeiten Venedigs und eine wunderbare Möglichkeit, in die reiche Geschichte der Stadt einzutauchen. 

Website Museum Fortuny  

Öffnungszeiten 10-17 Uhr; Letzter Einlass 16 Uhr. 

Dienstag geschlossen  

 

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Artemisia Gentileschi enthüllt

Kunst, Theater, Film – wer liebt nicht einen Blick hinter die Kulissen? Genau das bietet diesen Winter das Florentiner Museum Casa Buonarroti mit dem Projekt Artemisia Svelata (Artemisia enthüllt).

Artemisia Gentileschi erzielte im frühen 16. Jahrhundert große Erfolge als Malerin – eine Seltenheit für eine Künstlerin ihrer Zeit. Sie wurde zu einer der begehrtesten Porträtmalerinnen Italiens.

Artemisias ‚Das natürliche Talent‘ wurde im Auftrag eines Großneffen von Michelangelo erstellt. Seit letztem September wird das Gemälde direkt im Museum restauriert. Besucher können so jeden Schritt hautnah miterleben. Jeweils am Freitag nimmt sich Elizabeth Wicks – die sympathische Restauratorin und Initiantin des Projekts – Zeit um Fragen zu beantworten.

Die Restaurierung dauert voraussichtlich bis April 2023. Danach ist eine Ausstellung zu Artemisias Leben und Arbeit während ihren Florentiner Jahren geplant.

Casa Buonarroti-Museum

Via Ghibellina 70 (2 Minuten von der Piazza Santa Croce).

Öffnungszeiten Museum ab 10.00 Uhr bis 16.30 Uhr. Dienstags geschlossen.

 

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Die neue Mühle und Bäckerei Mulinum in Buonconvento

Das ungesalzene Brot der Toskana spaltet die Gemüter – manche lieben es, manche nicht. Aber die neue Mulinum Mühle und Bäckerei südlich von Siena macht alle glücklich. Das Startup in Buonconvento ermutigt Bauern, alte lokale Getreidesorten biologisch anzubauen. Danach verarbeitet die Mühle das Getreide mit zwei restaurierten La Ferté-Steinmühlen.

Mehl, Brot, Crackers, Nudeln und Kekse von Mulinum können Sie online bestellen oder gleich vor Ort als Brot oder Pizza probieren. Ich habe diesen Sommer ein pane di segale (Roggenbrot) gekauft. Schmeckt super und hält lange frisch.

Stefano Caccavari eröffnete 2017 die erste durch Crowdfunding finanzierte Mühle in Kalabrien. Dank der Unterstützung der Eigentümer von Villa Tancredi – einem historischen Anwesen, mit dem wir zusammenarbeiten – konnte der junge Unternehmer eine Mulinum-Mühle in der Toskana eröffnen. Sein Ziel ist es, in jeder der 20 Regionen Italiens ein Mulinum zu eröffnen.

Weitere Informationen zu diesem spannenden Projekt finden sie auf mulinum.it. Informationen zur Mühle in Buonconvento werden bald online sein. In der Zwischenzeit finden Sie die aktuellen Öffnungszeiten und den genauen Standort auf Google Maps.

 

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Auf Schildkrötensuche an der italienischen Küste

Sind Ihnen an einem Mittelmeerstrand schon einmal seltsame Tierspuren aufgefallen? Das kann gut sein, denn mit den steigenden Temperaturen werden die Besuche von Meeresschildkröten an Italiens Küste immer häufiger.

Im Sommer sucht Caretta caretta, die geschützte Unechte Karettschildkröte, nachts nach einem Ort im Sand, der als Nest geeignet ist. Falls sie fündig wird, gräbt sie mit ihren Flossen eine Mulde und legt zirka 100 Eier. Danach bedeckt sie das Nest zum Schutz mit Sand. Die Prozedur dauert bis zu drei Stunden, und am frühen Morgen ist die Schildkrötenmutter schon wieder im Wasser.

Eine Freundin erzählte mir davon, als ich sie auf der Suche nach Schildkrötenspuren im Maremma Naturpark begleitete. Wir brachen im Morgengrauen auf, da es am einfachsten ist, die Spuren am frühen Morgen zu erkennen. Meeresschildkrötenspuren sind relativ breit und lassen einen zuerst an ein Kraftfahrzeug denken. Sie verlaufen jedoch nicht parallel zum Ufer, sondern führen aus dem Meer heraus und Enden auch wieder im Wasser.

Wenn Sie solche Spuren finden, rufen Sie sofort die italienische Küstenwache an:

1530 (gebührenfreie 24-Stunden-Nummer).

Die Küstenwache wird Sie bitten, Ihre genaue Position auf Google Maps zu markieren. Am besten stecken Sie den Platz des mutmaßlichen Nestes ab (damit niemand darauf tritt) und warten, bis das Personal von der Küstenwache oder dem WWF die Situation überprüfen kann.

 

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Inside Italy – unsere neue Reise-App

Ich freue mich sehr über den Launch von Trust&Travels Inside Italy App! Die neue Reise-App führt Sie zu unseren Lieblingsorten, die wir im Laufe der Jahre entdeckt haben: kleine Weingüter, talentierte Handwerker, hübsche Kapellen und all die feinen Restaurants, die dieses Land so besonders machen.

Inside Italy ist als Beta-Version zum Download für Smartphone und Tablet im Apple Store und bei Google Play erhältlich. Die App erscheint zunächst nur auf Englisch und konzentriert sich auf Venedig, Venetien, und die Toskana.

Die Illustrationen in der App stammen von Paolo Fiumi, einem guten Freund aus Florenz. Vielleicht erinnern Sie sich an Paolos wunderbare Skizzen für die Innendekoration in Palazzo Ca’novas Wohnung Lipparini.

Wir freuen uns auf Feedback, Tipps und Kommentare!

 

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Infiorata – Die italienische Blumenteppichprozession

Letzten Monat besuchte ich den kleinen Ort Lubriano im nördlichen Latium für meine erste Infiorata, eine Blumenteppichprozession, die jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt abgehalten wird.

Der Food-Stylistin und Kochbuchautorin Alice Adams Carosi ist es zu verdanken, dass ich davon wusste. Auf Alices Blog hat mich ihre Beschreibung der Infiorata, die in ihrem kleinen Dorf in den Hügeln der Tuscia stattfindet, verführt: „Von der Kirche der Madonna del Poggio bis zum Ende des Dorfes ist die Straße bedeckt mit aus Blütenblättern kreierten Mustern – kleine und grosse, einfache geometrische Farbblöcke und komplizierte religiöse Symbole, alle bestehend aus dem samtigen Gelb der Ginestra, Mohnrot und den unzähligen Farbtönen lokaler Rosen, die in Eimern, Körben und Kistchen auf die Straße gekarrt werden.“

Viele italienische Städte feiern Christi Himmelfahrt oder Fronleichnam mit einer Infiorata. Spello in Umbrien und Noto auf Sizilien sind berühmt für diese Tradition. Lubrianos Infiorata ist weniger bekannt und ein wahrhaft kurzlebiges Ereignis: sobald die Prozessionsteilnehmer über die Blumenteppiche Richtung Kirche geschritten sind, werden die Blütenblätter gleich wieder weggefegt. Seien Sie am spätestens um 10.30 Uhr vor Ort, um das Erlebnis nicht zu verpassen.

 

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Toskanischer Käse & Wein bei „Corzano e Paterno“

Auf halbem Weg zwischen Siena und Florenz liegt die Fattoria Corzano e Paterno. Der wunderbare Hof produziert exzellenten Wein und Olivenöl sowie eine Vielzahl toskanischer Schafskäse, denen ich nie widerstehen kann.

Die Geschichte des Gutes ist interessant. Es wurde in den frühen 70er Jahren von dem Schweizer Architekten und Landwirt Wendel Gelpke gegründet. Heute wird Corzano e Paterno von seinen Töchtern Sibilla und Arianna, seinem Neffen Aljoscha und ihren jeweiligen Familien geführt.

Normalerweise halte ich im Hofladen für den köstlichen Buccia di Rospo an, aber natürlich kommt dann immer noch frischer Ricotta und der ausgezeichnete Ziegenkäse Rocco dazu.

FATTORIA CORZANO e PATERNO

Der Hofladen ist im Sommer von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und Samstag von 9 bis 13 Uhr und den Rest des Jahres von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Führungen, Wein- und Käseverkostungen und leichte Mittagessen im Voraus buchen.

 

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Im Kanu auf einem toskanischen Fluss

Die italienische Küste ist vielen von uns gut bekannt. Aber wer war schon mal auf einem Fluss des Landes unterwegs? Nach 30 Jahren habe ich mich endlich auf den Ombrone in der Südtoskana gewagt.

Der Fluss durchquert das Naturschutzgebiet des Parco della Maremma, bevor er südlich von Grosseto in das Tyrrhenische Meer mündet. Der Park ist ein Paradies für Vogelbeobachter, aber auch Wildschweine und Hirsche sieht man, und die sympathischen Guides erläutern die weniger bekannte Fauna und Flora.

Paarweise miteinander verbunden, sind die Kanus sehr stabil und eine sichere Aktivität für Familien mit Kindern. Die Genossenschaft Silva organisiert verschiedene Arten von Touren bei Tagesanbruch, am Nachmittag und sogar bei Vollmond. Zur Sonnenuntergangsfahrt gibt es sogar ein Glas Weißwein. Die Kanus sind mit einem Elektromotor ausgestattet, falls danach die Energie fehlt zum flussaufwärts paddeln.

KANUFAHRT im Maremma Park

Die Preise liegen je nach Aktivität zwischen 20 und 35 € pro Person (ermäßigte Preise für Kinder bis 12 Jahre). Bringen Sie einen Hut, Sonnencreme und Mineralwasser mit und kombinieren Sie es mit einer Radtour oder einem Bad am nahen Strand.

 

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