Wem könnten die Schuhe von Ferragamo passen?

Wem könnten die Schuhe von Ferragamo passen?

Neulich traf ich wieder einmal Madame Loiseau, meine Pariser Nachbarin, Sie kennen Sie vielleicht aus meinem allerersten Blog-Eintrag. Madame Loiseau trug sehr auffällige Sling-Pumps, die sie eben erst erstanden hatte. Sie war noch unsicher, ob sie wirklich zu ihr passten (ich persönlich fand das nicht) und fragte mich jedenfalls um meine Meinung.

„Es war Liebe auf den ersten Blick. Ein Glückskauf, dachte ich“ erklärte Madame,  mit  einem gedankenvollen Seufzen. „Aber sie machen soviel Lärm beim Gehen. Man könnte denken, ich schleppe eine Klapperschlange mit mir herum. Andrerseits hat mir der Verkäufer erklärt, dass Audrey Hepburn genau die gleichen Schuhe trug….“

Ich ersparte Madame Loiseau meine Meinung, die Wahrheit und damit auch die Enttäuschung. Aber Audrey Hepburn hätte nie im Leben solche Schuhe angezogen.

Zufällig ist Audrey Hepburn nämlich meine Patentante. Ihre Mutter und meine Großmutter, beide Holländerinnen, lernten sich nach dem 2. Weltkrieg in London kennen und wurden beste Freundinnen.

Audrey und meine Mutter wurden ebenfalls Freundinnen – und pflegten Ihre Freundschaft ihr Leben lang.

Ich hege schöne Erinnerungen an Audrey Hepburn. Einmal, ich wahr so um die 5 Jahre alt, kam Sie zu einer Party in die Residenz meiner Großeltern in Bern. Mein Großvater war damals niederländischer Botschafter in der Schweiz. Sie war strahlend, zauberhaft und graziös.

Zweimal im Jahr bekamen wir ein riesiges Paket, voller wunderschöner Kleider, Hüte und Schuhe, die sie aussortiert hatte und die meine Mutter in die  bestangezogene Frau Wiens verwandelten. Einmal waren ein Paar Ferragamo-Schuhe dabei, die wegen eines Bestell-Fehlers leider eine Nummer zu klein geraten waren. Ich erinnere mich noch sehr gut an diese Schuhe, sie waren Lichtjahre entfernt von Madame Loiseaus geschmacklosen Pantoffeln.

Man denkt bei Ferragamo an hochelegantes Schuhwerk, an Mode und schicke Accessoires. Mittlerweile ist aus der Marke ein weltweit agierender Luxuskonzern geworden, aber immer noch italienisch. Sein Hauptquartier liegt in Florenz, im berühmten Palazzo Ferroni. Ferragamo hat auch sein eigenes Museum, ebenfalls in Florenz. Falls Sie sich für Mode und Design interessieren, sollten Sie unbedingt in diesem außergewöhnlichen Haus vorbeischauen.

Salvatore Ferragamo wurde 1898 in Italien geboren und ließ schon sehr  früh eine außerordentliche Begabung für Mode erkennen. Mit 11 begann er eine Lehre bei einem Neapolitanischen Schuhmacher und schon 2 Jahre später eröffnete er sein eigenes Geschäft. Mit 13 !

Ein paar Jahre übersiedelte er nach Kalifornien, und dank seines Geschäftssinns und seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten avancierte er sehr schnell zum Schuhmacher und Designer der Stars, mit seinem „Hollywood Boot Shop“.

1927 kehrte er nach Italien zurück, konzentrierte sich auf den heimischen Markt und revolutionierte die Produktionsmethoden.  Bahnbrechende Innovationen, zum Beispiel der metall-verstärkten Stöckelschuh (berühmt durch Marilyn Monroe) oder die unsichtbare Sandale, mit einem Oberteil aus Nylonfäden, führten zu stetiger Expansion und internationalem Erfolg des Modehauses.

Mehr und Ausführlicheres finden Sie im Ferragamo-Museum. Oder auf seiner Homepage www.museoferragamo.it.

Alla settimana prossima,

Katharina's Italy

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