Im Garten der Phantasie – der Giardino dei Tarrocchi von Niki de Saint Phalle

Giardino dei Tarrocchi Niki de Saint Phalle- Die Kraft

Es war ein ganz besonderer Tag. Eigentlich ein ganz besonderer. Es war Hochsommer. Der italienische Himmel wechselte langsam von Blau zu Gold, wie er das gerne macht, und die Luft war prickelnd und ein Labsal für Herz und Seele.

Ich mit meinem Mann und meiner Tochter unterwegs, außer uns waren nur wenige andere Touristen zu sehen. In nur zwei Stunden trafen wir die Kaiserin und den Kaiser, den Magier und die Hohepriesterin, den Schamanen und den Teufel. Wir erklommen den Turm, drehten das Rad des Schicksals und griffen nach dem Stern…

Oh nein, liebe Leser, ich bin nicht übergeschnappt! Wir haben tatsächlich all diese Leute getroffen und zwar alle in ein und demselben Platz! Dieses Vergnügen werden Sie auch haben, wenn Sie sich an diesem magischen Ort einfinden, versprochen!

Er liegt an der südlichen Küste der Toskana, inmitten der struppigen Hügel, die das kleine Dorf  Capalbio umsäumen. Wenn Sie in einer unserer Maremma-Villen Ferien machen, ist es nur ein Katzensprung bis zum Giardino dei Tarocchi. Dieser Tarot-Garten besteht aus 22 monumentalen Skulpturen der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle. Jede dieser schillernden, malerischen Skulpturen repräsentiert eine der Karten des „Großen Arkanums“ im Tarot. Wer sich damit auskennt, dem ist vielleicht schon vorhin etwas aufgefallen. Wenn nicht, dann sollten Sie sich vorstellen, dass alles, was im Leben Bedeutung hat, von diesen Karten verkörpert wird, Freude, Leid, Mühe, Erfolge, etc.

Der Tarot Garten gilt als eines der Hauptwerke von Niki de Saint Phalle. Inspiriert von Gaudís Park Güell und dem „Park der Ungeheuer“ von Bomarzo, erschuf die Künstlerin eine schillernde Mischung aus Phantasie-Welt, Freilicht-Museum und Vergnügungspark. Der Garten öffnete nach 20 Jahren Bauzeit (und erheblichen Investitionen)  1998 seine Türen, und wurde genau zu dem, was die Künstlerin beabsichtigte: Ein kleines Paradies, in dem Menschen, Natur und Kunst zueinanderfinden.

Die Figuren sind nämlich „Inter-aktiv“, das heißt, man kann sie berühren und mit ihnen spielen, was vor allem den Kindern gefällt. Großen Kindern natürlich auch, ich streichle die Figuren, klettere hinein oder darauf herum. In einem Interview über den Tarot-Garten unterstreicht Niki de Saint Phalle diese Qualität: „Ich liebe es, wenn Leute alles anfassen. Der Sinn des Gartens ist, dass man nicht nur schaut, sondern auch berührt und fühlt.“

Zum Beispiel die Damen im Brunnen mit dem riesigen Busen: Anfassen und fühlen. Wer hat Lust?

Der Giardini dei Tarocchi ist von April bis Oktober geöffnet. Um seine Schönheit und magische Atmosphäre zu erhalten, ist die Anzahl der täglichen Besucher limitiert. Mehr über Voranmeldungen etc. finden Sie auf der Website des Tarock Gartens.

Arrivederci !

Katharina's Italy

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